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Unsere Antworten für die Stadtteilzeitung "Moritz vom Berge"

Im Rahmen der Kommunalwahl wurden die Parteien von der Moritz vom Berge zu ihren Positionen bezüglicher verschiedener Themen im Stadtteil Moritzberg befragt. Hier sind unsere Antworten. 

Kandidierende: Jaqueline Simon, Achim Guengerich, Ralf Jürgens und Ferry Marquardt.

 

1. Baustellen, Umleitungen und fehlende Beschilderung sind ein wiederkehrendes Ärgernis im Moritzberg, und viele Bürger:innen erleben auch die Kommunikation der Stadtverwaltung dabei als gestört oder unzureichend. Was läuft Ihrer Meinung nach schief, und was würden Sie konkret angehen?

Die Baustellen wie z.B. am Ulmenweg und die Umleitungen müssen rechtzeitig dem Ortsrat und der Anwohnerschaft angekündigt und vorgestellt werden. Gerade bei so langwierigen Baustellen könnten Einwohnerversammlungen von Stadtverwaltung und Ortsrat im Vorfeld zu besseren Planungen führen. Die Koordination zwischen Stadtverwaltung und EVI, SVHI und SeHi sowie ausführenden Firmen muss tatsächlich stattfinden. Die Stadt muss den Hut aufhaben und die Entscheidungen müssen fortlaufend öffentlich dargestellt werden.

2. Viele Bürger:innen haben das Gefühl, dass die Stadtverwaltung keinen echten Bezug mehr zu ihnen hat und an ihnen vorbei arbeitet. Was müsste sich ändern, damit das Vertrauen der Bürger:innen in die Verwaltung wieder wächst — und was wollen Sie im Stadtrat konkret dafür tun? 

Die Stadtverwaltung plant häufig ohne die Bürger:innen zu beteiligen. Siehe zuletzt die Frage des Mittagessens für Schulen und Kitas. Sie soll auch den Ortsrat und den Stadtrat frühzeitig über Projekte informieren. Entscheidungsfindungen müssen stärker in die Ortsteile und in Stadtteilkonferenzen verlagert werden. Es ist sinnvoll, dass auch Dezernent:innen und der Oberbürgermeister bei Entscheidungen - wie die Gestaltung des Baugebietes an der Pappelallee oder die Parkraumbewirtschaftung - in den Ort kommen. Wir können mit Anfragen und Anträgen im Stadtrat zu mehr Information und Transparenz beitragen und auf verbesserte Information hinwirken.

3. Das Ehrenamt ist ein wichtiger Pfeiler im Moritzberg. Was müsste Ihrer Meinung nach getan werden, damit die Stadt das Ehrenamt besser unterstützt und stärkt? 

Ehrenamt durch Bereitstellung von Räumen und höhere Aufwandsentschädigungen stärken. Akzeptanz von im Ehrenamt engagierten Menschen wie bei der Grünpflege oder bei Patenschaften für Spielplätze,
Bäume und bei Nachbarschaftshilfe fördern. Vernetzung der Ehrenamtlichen verbessern durch städtisch organisierte Versammlungen. Einführung einer kommunalen Ehrenamtskarte, die nach einmonatiger Ehrenamtstätigkeit ausgestellt wird.

4. Taktung, Zuverlässigkeit und Umleitungen beim Busverkehr im Moritzberg sind aus Sicht vieler Bürger:innen unzureichend. Was wollen Sie hier konkret angehen? 

Die Taktzeiten müssen verbessert werden. Insbesondere in den Schulbeginn- und Schulschlusszeiten müssen mehr Busse eingesetzt werden. Die Arbeitsbedingungen beim städtischen Busverkehr müssen verbessert werden, damit mehr Busfahrer:innen eine Ausbildung machen und/oder eingestellt werden.

5. Die Sicherheit für Radfahrende und Fußgänger:innen (z. B. Ulmenweg, Dammstraße) beschäftigt viele im Stadtteil. Was läuft Ihrer Meinung nach schief, und was würden Sie konkret angehen?

Am Ulmenweg hat die falsche Planung der Stadt des Geschäftszentrums Vierlinden dazu geführt, dass Radfahrende über die Fußgängerampel der Alfelder Straße geführt werden. Dadurch münden diese in den Bürgersteig neben dem Spielplatz Ulmenweg und fahren dort häufig geradeaus weiter. Die Verkehrsführung muss geändert werden. Vor dem Kindergarten und dem Gemeindehaus im Ulmenweg besteht erhöhte Unfallgefahr. Ein erhöhter Fußgängerüberweg ist erforderlich, keine Billiglösung. Er kombiniert einen klassischen Zebrastreifen mit einer baulichen Fahrbahnanhebung. Dies zwingt Autofahrer zu einer langsameren Fahrweise und verbessert durch die erhöhte Position die Sichtbarkeit von zu Fuß gehenden Personen. In der Dingworthstraße fordern wir eine 30km/h-Zone. Beim Waldorfkindergarten sollen Autofahrer:innen durch Umgestaltung der Triftstraße langsam fahren.

6. Was wünschen Sie sich für das geplante Neubaugebiet Pappelallee, und wofür wollen Sie sich bei der Umsetzung einsetzen?

In Hildesheim haben mindestens 30 Prozent der Einwohner einen Anspruch auf eine geförderte Sozialwohnung. Es gibt viel zu wenige davon. Im Gebiet Pappelallee sollen mindestens 30 Prozent Sozialwohnungen und weitere bezahlbare Wohnungen gebaut werden. Die Integration des neuen Quartiers in den Moritzberg muss gewährleistet werden. Ein abgetrenntes Quartier wie im Ostend wollen wir nicht. In Stadtteilkonferenzen, wie letztes Jahr in Ochtersum zum Thema „Nachhaltigkeit“ können Menschen, die am Moritzberg leben, ihre Ideen und Meinungen zu Straßenverkehr, Mobilität, Alltagsgestaltung, Wohnen und Naturschutz im öffentlichen Raum einbringen. So können alle Einwohner:innen diskutieren und den Stadtteil gemeinsam gestalten. Es fehlt ein kommunales Stadtteil- und Kommunikationszentrum, wo Veranstaltungen, Feiern, Versammlungen und mehr stattfinden können.

7. Während der letzten Hitzewelle hat die Stadt Hildesheim kaum reagiert — anders als andere Städte, die beispielsweise Sprühnebelanlagen oder zusätzliche Trinkbrunnen eingerichtet haben. Es geht hier um die Sicherheit und den Schutz der Bürger:innen. Was wollen Sie im Stadtrat konkret durchsetzen, damit Hildesheim bei der nächsten Hitzewelle besser vorbereitet ist — und welche Maßnahmen halten Sie für dringend notwendig?

Es muss dringend ein Hitzeschutzkonzept der Stadt erstellt und umgesetzt werden. Dazu gehört die sofortige Öffnung von kühlen Räumen wie z.B. Kirchen für alle Menschen und besonders für Obdachlose. Die Einrichtung städtischer Trink- und Springbrunnen. Das unverzügliche Nachpflanzen gefällter Bäume. Die Entsiegelung von gepflasterten Flächen und Vergrößerung der Sickerflächen im Bereich von Straßenbäumen, die häufig durch Wassermangel krank werden und gefällt werden müssen. Verschattung der Schulhöfe von Grundschulen (und Kitas), jetzt erst recht bei der bevorstehenden Einführung der Ganztagsbetreuung in Grundschulen. Besonderer Schutz älterer Menschen vor Hitze.

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