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Rita Krüger

Sorgfältiger Recherchieren statt Argumente aus Wortfetzen ableiten

LINKE reagiert auf Vorstoß von Jusos und Grüner Jugend gegen den Besuch Diether Dehms

„Mit Verwunderung haben wir die gemeinsame Erklärung der Grünen Jugend und der Jusos zum gestrigen Besuch unseres Bundestagsabgeordneten Diether Dehm zur Kenntnis genommen. Darin bedienen sich die Nachwuchsgrünen und Jungsozialisten genau des mutwillig aus dem Zusammenhang gerissenen Satzes, mit dessen Hilfe bereits Christian Bommarius in einem Kommentar in der Frankfurter Rundschau den LINKEN-Politiker Diether Dehm in zynischer Weise des Antisemitismus bezichtigt“, sagt Rita Krüger, Mitglied des Kreisvorstands DIE LINKE Hildesheim, und empfiehlt den Verfassern, sorgfältiger zu recherchieren. Krüger weiter: „Zu guter journalistischer wie auch politischer Arbeit gehört es, sich mit einem Thema differenziert auseinanderzusetzen und sich umfassend zu informieren. Die Jusos und Jung-Grünen beziehen sich auf eine Äußerung, die in einer ganz besonderen Situation gefallen ist, in der keine Zeit war für eine wissenschaftlich fundierte Auseinandersetzung, sondern in der tatsächlicher Verharmlosung und Instrumentalisierung des Antisemitismusbegriffs entgegen getreten werden musste. In der ein Künstler, politischer Aktivist und Antifaschist, als Faschist denunziert wurde. Wie es genau zu dem aus dem Kontext herausgerissenen und entstellt wiedergegeben Satz Diether Dehms gekommen ist, lässt sich u.a. umfangreich in einem Artikel der Autorin Daniela Dahn (https://www.danieladahn.de/gesinnungshatz-gefaehrdet-soziale-bewegungen-zur-auseinandersetzung-um-diether-dehm/) nachlesen.“

Lars Leopold, Kreistagsabgeordneter der LINKEN, pflichtet ihr bei: „Die Erklärung war mutwillig aus jenem Zusammenhang gerissen, in welchem Diether Dehm auf einer Bühne vor 10 Jahren erläutert hatte, dass Antisemitismus zu Massenmord führt! Nicht aber, dass Antisemitismus erst bei Massenmord begänne. Allerdings: dass die Jusos Niedersachsen Jeremy Corbyn wegen „Antisemitismus“ aus einem SPD-Parteitag ausladen wollten, zeigt einmal mehr wie ‚political correctness‘ linke Substanz frisst. Hätte die SPD es mit mehr  Corbyn, mehr Klassenkampf und mehr Antifaschismus versucht, wäre sie heute auf Bundesebene nicht in dieser misslichen Lage. Vielleicht hätten sie bei der LINKEN-Sprechstunde doch etwas lernen können. Unter anderem etwa, dass beispielsweise Esther Bejarano, Mitbegründerin und Vorsitzende des Internationalen Auschwitz-Komitees, auch häufiger mit Diether Dehm auftritt. Glaubt ihr ernsthaft, die Überlebende des Mädchen-Orchesters von Auschwitz würde mit einem Verharmloser von Judenfeindlichkeit die Bühne teilen?“

Diether Dehm, Liedermacher und Bundestagsabgeordneter der LINKEN, war gestern in Hildesheim zu Besuch, um eine Bürgersprechstunde im Büro der Hildesheimer LINKEN abzuhalten und anschließend an einer Kundgebung gegen den Angriffskrieg seitens der Türkei in Teilen Syriens teilzunehmen. „Wir haben euch heute vermisst - gleich zweifach. Einerseits hätten wir uns Eure Unterstützung gewünscht - eure Stimme gegen einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg seitens der Türkei, die in ein fremdes Land einmarschiert und dort rücksichtslos mordet. Aber auch die Teilnahme an der Sprechstunde Diether Dehms, der dort im gut besuchten ‚LINKEN FORUM‘ zu allen Fragen offen und ehrlich Rede und Antwort stand, hätte der durchaus ja auch gemeinsamen antifaschistischen Arbeit der grünen und linken Jugend in Hildesheim sicher gut getan“, erklärt Krüger abschließend.