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Niedersachsen: Kleine Dorfschulen retten!

LINKEN-Politiker startet landesweite Online-Petition

Erst im September letzten Jahres empfahl der niedersächsische Landesrechnungshof die Schliessung von 15 von 65 kleinen Grundschulen in zwölf begutachteten Kommunen. Betroffen sind Schulen in Nordenham, Hattorf, Hambergen, Lengerich, Nordhümmling, Sande, Duderstadt, Elbtalaue, Geestequelle, Gronau und Bodenwerder-Polle. "Natürlich müsse man die Kosten im Blick haben, aber man darf die Bildung unserer Kinder nicht ausschließlich betriebswirtschaftlich betrachten. Dazu muss man aber bereit sein, neue Wege zu gehen.", erklärt Lars Leopold, LINKEN-Kommunalpolitiker in der Samtgemeinde Leinebergland. Leopold weiter: "Viele Schulträger nutzen allzu gerne vorhandene Lücken im niedersächsischen Schulgesetz, um kleine 'unwirtschaftliche' Grundschulen zu schließen und Geld zu sparen. Das erlebe ich gerade auch in der Samtgemeinde Leinerbergland, wo nach dem Willen der Verwaltung die Sonnenberg-Schule in Eime geschlossen werden soll."

Leopold moniert, dass das Schulgesetz die Voraussetzung dafür schaffe, dass Kommunen sich oftmals mit dem einfachen Verweis auf sinkende Schülerzahlen allzu leichtfertig kleinerer Grundschulen "entledigen" können. "Viel zu oft spielen hier nur rein wirtschaftliche Aspekte eine Rolle, so dass der Standortfaktor Schule im ländlichen Raum und pädagogische Gesichtspunkte ins Hintertreffen geraten", kritisiert der LINKEN-Politiker. Vor diesem Hintergrund startet Lars Leopold jetzt eine Petition an den niedersächsischen Landtag. Die Petition, die landesweit insgesamt 24000 Unterstützer benötigt und unter: https://www.openpetition.de/petition/online/kleine-dorfschulen-retten gezeichnet werden kann, fordert das Land Niedersachsen auf, das Schulgesetz anzupassen, um so den geänderten Anforderungen an schulische Bildung Rechnung zu tragen. Leopold betont: "Bildung ist Ländersache - Daher ist das Land Niedersachsen in der Pflicht die gesetzlichen Rahmenbedingungen so zu schaffen, dass das Wohl der Kinder im Mittelpunkt steht und sie optimale Lernbedingungen vorfinden. Da müssen Mindestgrößen von kleinen Grundschulen sowie eine Reduzierung der maximalen Klassengrößen umgesetzt werden."

"Die Verkleinerung der Klassengrößen in Grundschulen ließe doch endlich Spielraum für eine qualitative Aufwertung des Unterrichts durch mehr individuelle Förderungen. Wenn jetzt noch eine angemessene Mindestgröße von Grundschulen festgelegt wird, wäre auch im ländlichen Raum eine wohnortnahe Beschulung weiter möglich und dem Schulsterben in Niedersachsen könne so entgegengewirkt werden", ist sich Leopold sicher. "Welche junge Familie entscheidet sich denn für eine Gemeinde ohne Grundschule? Ländliche Regionen müssen gestärkt werden und brauchen dazu funktionierende Strukturen, ansonsten geht hier irgendwann das Licht aus.", sagt Leopold und macht deutlich: "Die Schulschließung von heute ist die Abwanderung und der Leerstand in kleineren Orten von morgen!" Aus seiner Sicht ist eine funktionierende Infrastruktur - dazu zählt u. a. auch der Bestand einer Grundschule in kleineren Ortschaften - die Voraussetzung dafür, dass Ortschaften nicht ausbluten und überaltern.