24. Mai 2017

„Elzer KAS stellt ein Qualitätsmerkmal der Gemeinde dar“

Fraktion DIE LINKE im Kreistag spricht sich gegen Schulschließung aus

Nach Ansicht der Kreisverwaltung soll die Krüger-Adorno-Schule (KAS) in Elze geschlossen werden, weil sie einfach zu wenig Schüler habe und damit 'unwirtschaftlich' sei. "Natürlich muss man die Kosten im Blick haben, aber man darf die Bildung unserer Kinder nicht ausschließlich betriebswirtschaftlich betrachten. Wir reden hier doch nicht von einer Fabrik, sondern von einer Bildungseinrichtung.", empört sich Maik Brückner, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der LINKEN im Kreistag. Er spricht sich zudem dagegen aus, Schulen gegeneinander auszuspielen. "Schulen sollten nicht in Konkurrenz zueinander stehen, sondern alle vernünftig finanziert und erhalten werden. Ich kann mir zudem Schlimmeres für die Qualität von Bildung vorstellen, als kleine Schulklassen. Kleinere Klassen bedeuten bessere Förderung jedes einzelnen Schülers."

Rückendeckung erhält Brückner von seinem Parteikollegen Lars Leopold, der sich jahrelang für den Erhalt der Sonnenbergschule in Eime eingesetzt hat und demnächst für DIE LINKE auch im Kreistag sitzen wird. Leopold sieht deutliche Parallelen in der Vorgehensweise und macht deutlich: "Pädagogische Gesichtspunkte spielen in der Betrachtungsweise der Kreisverwaltung offenbar keine Rolle. An der KAS in Elze wird eine vorbildliche Arbeit geleistet. Mit dem Unterricht in kleineren Klassen durch die engagierten Lehrerinnen und Lehrer stellt die Schule ein Qualitätsmerkmal der Gemeinde Elze dar und hat sehr wohl eine Daseinsberechtigung." Der Kommunalpolitiker betont: "Das regelrechte 'Kaputtsparen' der Kommunen der vergangenen Jahre mit dem damit verbundenen Abbau notwendiger Infrastruktur hat aber viele Kommunen, gerade im Südkreis, bereits an den Rand der Funktionsfähigkeit und darüber hinaus zum Ausbluten der betreffenden Städte und Gemeinden geführt. Dem demografischen Wandel kann man eben nicht mit dem Schließen von Schulen, Kindergärten und Kürzungen bei kommunalen Leistungen begegnen, sondern mit kreativen Ideen."

Beide LINKEN-Politiker sind sich einig: "Die Schließung der Schule wird Elze auf Jahrzehnte verändern. Das ist kein Experiment, das man bei Nicht-Gelingen wieder rückgängig machen kann. Der Abbau von Infrastruktur von heute ist die Abwanderung und der Leerstand im Ort von morgen. Welche junge Familie entscheidet sich denn für eine Gemeinde ohne Schule? Ländliche Regionen müssen gestärkt werden und brauchen dazu funktionierende Strukturen, ansonsten geht hier irgendwann das Licht aus."